Der Schwandorfer Mieterverein wächst

Quelle:  Mittelbayerische Zeitung Schwandorf  vom 29. November 2018  von Ingrid Hirsch

Dem Vereingehören mittlerweile schon 1670 Männer und Frauen an – so viele wie noch nie.
Der Vorstand wurde bestätigt.

Schwandorf.  Neun Gründungsmitglieder haben den Mieterverein Schwandorf und Umgebung e. V.
am 22. Juni 1979 im Schützenheim aus der Taufe gehoben, um sich gegen die Willkür bestimmter Vermieter zu organisieren. Heute hat die Interessensgemeinschaft 1670 Mitglieder und ist hinter dem VdK der größte Verein der Stadt. Seit 24 Jahren steht Vorsitzender Franz Schindler an der Spitze.
Er wurde bei der Mitgliederversammlung am Dienstag in der Schmidt-Bräu-Gaststätte erneut im Amt bestätigt.

Gründungsvorsitzender Helmut Orlowski führte den Mieterverein 15 Jahre lang. 1994 übernahm Franz Schindler. Unter seiner Ära wuchs der Verein stetig und erreichte heuer den Mitgliederhöchststand. Der Vorsitzende nennt den Grund für den Zulauf: Kostenlose Beratung bei einem Mitgliedsbeitrag von drei Euro im Monat. „Wir haben den niedrigsten Beitrag aller bayerischen Mietervereine“, stellte Franz Schindler fest.

Der Jurist wechselt sich bei den wöchentlichen Beratungen mit seinen Kollegen Evi Thanheiser (Nabburg) und Richard Wagner (Nittenau) ab. Gemeinsam kommen sie auf 600 Einzelgespräche im Jahr. Der Vorsitzende stellt klar: „Wir können es nicht allen Recht machen, denn wir sind Rechtsberater, aber keine Streitschlichter.“

Gericht hat Verständnis

Unklarheitenbei der Abrechnung der Betriebskosten sind die häufigsten Gründe für den Wunsch nach einem Beratungsgespräch. Schindler stellt große Unterschiede in der Qualität der Abrechnungen fest. Manche Nebenkosten seien „geradezu abenteuerlich“ und würden gegen das Gebot der Wirtschaftlichkeit verstoßen.

„Wir könnenes nicht allen Recht machen, denn wir sind Rechtsberater, aber keine Streitschlichter.“
Franz Schindler, Vorsitzender des Mietervereins

Er erinnert sich an einen Fall im Lindenviertel, als die Umlage für die Gartenpflege plötzlich um das Vierfache anstieg. Mängel in der Wohnung, der Ausfall der Heizung oder Schimmelbefall sind weitere Gründe für Beschwerden. Eher seltengeht es um Kündigungen. „Das Amtsgericht Schwandorf hat Verständnis für die Belange der Mieter“, sagte Franz Schindler mit Blick auf die Gerichtsverfahren. Weil in Schwandorf eine entspannte Situation herrsche, komme für die Stadt auch keine „Mietpreisbremse“ in Frage. Auch ein Mietspiegel mache keinen Sinn. Die Mieten hält der Vorsitzende des Vereins für angemessen. Nur bei Neubauten werde„kräftig zugelangt“. Die diskutierte Änderung der Grundsteuerberechnung könnezu einer Erhöhung der Betriebskosten führen, wenn der Vermieter die höheren Steuern auf die Mieter umlege, befürchtet Franz Schindler.

Verein wirtschaftet sparsam

Trotz der günstigen Beiträge ist das Vermögen des Vereins auf eine sechsstellige Summe angewachsen, wie aus dem Bericht des Schatzmeisters Wolfgang Ebner hervorging. Allein die Mitgliedsbeiträge bringen 50 000 Euro im Jahr ein. „Wir wirtschaften zudem sehr sparsam“, begründet Franz Schindler das hohe Sparvermögen des Vereins.

Das 40-jährige Bestehen im kommenden Jahr soll gefeiert werden. Das einzige nochaktive Gründungsmitglied ist Anneliese Langer. Sie stellte sich mit Ehrenmitglied Helmut Hey wieder als Kassenprüferin zur Verfügung.
Bei der Wahl des Vorstandes blieb alles beim Alten. Dem Gremium gehören Vorsitzender Franz Schindler, die stellvertretenden Vorsitzenden Evi Thanheiser und Helga Riehl, Kassenverwalter Wolfgang Ebner und Schriftführerin Andrea Spachtholz an.

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